Autor: Andreas Struck

  • über dem berg, der kaltwasserfall

    über dem berg, der kaltwasserfall

    Der Weg auf den Heimgarten in den Walchenseebergen mit seinen 1702 m von Ohlstadt aus bietet wunderbare Blicke über das Murnauer Moos zum Peißenberg und dem Hörnle. Besonders reizvoll ist der etwas längere Anstieg über das Rauheck. Ein langer allmählich ansteigender Weg für ein gleichmäßiges Gehen, mit dem die innere Ruhe sicher einkehrt. Diesmal war der Gipfel des Heimgarten in Wolken und damit die Stille noch näher. Es war ein eigener Zauber dort oben, auf diesem sonst viel besuchten Gipfel. Der Abstieg ging über die Kaltwasserfälle. Die vorhergehenden Tage war es sehr kalt und erst mit der letzten Nacht kam ein kräftiger Wärmeeinbruch. Das kalte Wasser begann über und unter dem Eis zu fließen, es bildeten sich einzigartige Strukturen und Formen. Ein weißes Vergehen auf grauem Fels, mit ein paar grünen Farbtupfern, die den Winter ausharrten und nun wieder zur Sonne zurück kehren. Ein Flussgeschehen mit einer besonderen Aussicht, ganz und gar wie bei Sonne oben am Gipfel, dort, wo sie heute nicht war.

    über dem berg, der kaltwasserfall

    Zur Geschichte: Die erste dokumentierte Skitour der Alpen führte auf den Heimgarten. Karl Otto, ein Forstangestellter, machte sich im Januar 1890 mit hölzernen Skiern, mit Schnüren an die Bergstiefel gebunden, und Zweigen an den Gleitflächen befestigt, auf den mühsamen Weg zum Gipfel des Heimgarten. Die Zweige sorgten dafür, dass der Bergsteiger nicht rückwärts den Berg hinunterrutscht. Heute spricht man hier von Klebefellen aus Hi-Tec Material. Und die Schnüre sind heute Tourenbindungten mit Spezialstiefeln zum optimalen gehen und „höchster“ Sicherheit. Diese Erstbegehung auf den Heimgarten war gerade mal zwei Jahre nachdem Fridtjof Nansen auf Schneeschuhen Grönland durchquert hatte. Der Alpinismus nahm in Grundzügen seine heutige Form an. Die Autos an wachsenden Parkplätzen trugen das Ihre dazu bei, um es bequemer und schneller zu machen, für alle … am Bahnhof in Ohlstadt gibt es wie an fast allen Bahnhöfen in Oberbayerb keine gelben Wegweiser zum Gipfel. Ich warte alleine auf den Zug.

    Blick über das Murnauer Moos zum Peißenberg vom Rauheck.

  • schafreuter im vorkarwendel

    schafreuter im vorkarwendel

    Der notorisch überlaufene Münchner Hausberg von seiner ruhigen Seite. Langer, stiller Weg auf den Schafreuter im Vorkawendel. Der bisher kälteste Tag in diesem Winter trägt das seinige zur Stille bei. Eine großartige Tour auf den höchsten Berg im Vorkarwendel mit traumhaftem Blick in die Bayerischen Voralpen und das Karwendel. Ein Tourentag der erst mit Einbruch der Dunkelheit endet. Augenblick verweile doch, du bist so schön.

    Mit 33 Bildern und Musik von Kai Engel durch eine verschneite, unverspurte Winterlandschaft auf den Schafreuter (2102 m) im Karwendel. Lass dich für ein paar Minuten mitnehmen, nimm dir die Zeit und komm mit, der Himmel so weit, die Erde so schön.

  • rundum (im) fluss

    rundum (im) fluss

    „Alles bewegt sich fort und nichts bleibt.“

    Kratylos, Platon, ca. 430 v. Chr.

    Flusslandschaften und Hochgebirge sind zwei der wenigen Ökosysteme in Bayern, welchen noch das Attribut „Wildnis“ zugesprochen werden darf. Hier zeige ich Ihnen 53 Rundumblicke (360 Grad Panorama Aufnahmen), die im Zeitraum von 2014 bis 2018 entstanden sind. Ein Teil dieser Aufnahmen wurde im Rahmen des Verbundprojektes Alpenflusslandschaften: Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze durch mich innerhalb von navama – technology for nature durchgeführt. 30 von den über 200 Aufnahmen sind in der Ausstellungsserie Alpenflusslandschaften: Perlen der Vielfalt als großformatige Drucke im Flößermuseum in Lechbruck und im Zentrum für Umwelt und Kultur in Benediktbeuern bereits der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

    Die hier gezeigten 360 Grad Panorama Aufnahmen sind in einer Druckgröße von bis zu 260 cm x 60 cm bei 300 dpi hergestellt. Die nun gewählte Präsentation auf einem kleinen Videobildschirm wird der Weite und Schönheit der voralpinen Flusslandschaften mit Einschränkungen gerecht. Diese Bildsequenz ersetzt nicht den Anblick des großformatigen Kunstdruckes in einer Ausstellung. Auf der anderen Seite öffnet die kleine Panorama – Sequenz rundum (im) fluss den Blick für die schöne „Wildnis“ einer unverbauten Flusslandschaft mit einfachen Mitteln. Perspektive Wildnis im kleinen Video – Format präsentiert sich neu. In der dichten Bildfolge hebt die Sequenz mit neuen Mitteln die enorme Vielfalt der voralpinen Flusslandschaft hervor.

    Die Diaschau rundum (im) fluss mit 53 Bildern von Isar, Loisach, Ammer, Lech und vielen weiteren Flüssen und Seen der bayerischen voralpinen Landschaft benötigt knapp 6 Minuten. Nehmen Sie sich die Zeit, und lassen Sie sich mitnehmen in die Uferlandschaften südlich von München. Tauchen Sie ein in die großen Rundumblicke einer „Wildnis Natur“ ohne ganz nass zu werden.

    Für die Aufnahmen war der ganze Körper im Einsatz. Als Wanderer mit Fotoapparat stand ich teilweise bis über den Bauch im kalten Wasser. Nur so konnte ich den Rundumblicken die Perspektive geben, die dem Fluss und den Ufern ihren ursprünglichen Charakter als ein „wild sein“ gerecht wird. Der Titel rundum (im) fluss setzt das unmittelbar in Worte um. Herausforderungen und viel druassen sein waren die Wegbegleiter dieser Bildserie. Nichts ging bei dieser Arbeit schnell. Es war nicht ein schnell mal an einem Nachmittag mit dem Auto an fünf Flüssen einen Panorama – Auftrag abzuarbeiten. Jedes Ufer wurde zu Fuß, und nur zu Fuß erarbeitet. Und ja, alles bewegte sich immer fort und nichts blieb. Eine Woche später waren die Ufer bereits wieder andere.

    Ich danke dem Bundesamt für Naturschutz, dem Bayerischen Naturschutzfond und allen Projektpartnern von Alpenflusslandschaften: Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze für die Ermöglichung dieser Arbeit innerhalb von navama – technology for nature. Es hat viel Freude gemacht und die Spuren für einen nachhaltigeren Umgang mit der Natur sind gelegt. Sie führen weiter am Fluss entlang.

    „Alles bewegt sich fort und nichts bleibt.“

    Das Projekt Alpenflusslandschaften: Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze ist zu Ende. Gefördert wurde das Verbundprojekt von Oktober 2014 bis März 2021 durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie mit Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds. Es waren dreißig Verbundpartner die sich gemeinsam für mehr Schutz von voralpinen Flusslandschaften einsetzten. Die Flusspanoramabilder werden von mir als Privatperson für Ausstellungen weiter verwendet.

  • InsideOut

    InsideOut

    Kreativviertel München

    Inside

    Inside I
    Inside II

    Insideout

    Insideout I
    Insideout II
  • geigelstein im chiemgau III

    geigelstein im chiemgau III

    Zum dritten Mal dort oben und immer wieder schön. Auf den Geigelstein im Chiemgau, eine kleine Diaschau zum Ahnen und Fühlen. Ein Wandertag im Februar mit Südföhnlage. Nimm dir Zeit und schau mit zu und hinauf und hinüber. Die Chiemgauer mit ihrem unvergleichlich schönen Kaiserblick und noch viel mehr.

    Crossing lines – dark and white, 2021

    Auf den Geigelstein (1808 m) im Chiemgau führen viele Wege hinauf. Einer führt von der Kampenwand herüber, ein anderer von Sachrang über den Jägersteig, wieder ein anderer von Schleching den Berg hinauf auf den Gipfel mit herrlicher Aussicht. Die Wege sind alle schön, man muss nur einen gehen. Ich war nun das Dritte mal dort oben, und mag mir nicht vorstellen, was gewesen wäre wenn … in den 90er Jahren war hier eine Skischaukel und damit mehrere Seilbahnen auf den Berg geplant. Die Schlechinger setzten sich zur Wehr für den Berg und bildeten eine Bürgerinitiative. Sie erreichten damit, das der Berg 1991 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Da kann man nur Danke zu den Schlechingern sagen. Es blieb damit bei einen unverbauten Panoramablick auf dem Gipfel, zu genießen für den Teil der Menschen, die dort gerne aus eigenen Kraft hinaufgehen. Ein Blick, der an klaren Tagen bis zu den Berchtesgadener Alpen im Osten, zum nahen Kaisergebirge und dem Großglockner im Süden, zum Karwendel im Westen und zum Chiemsee im Norden reicht. Und dann ist der Geigelstein noch ein Blumenberg, ja schon bald, wenn der Schnee weg ist, und die Nächte nicht mehr unter 0 Grad frieren, kann man den Berg nochmals ganz anders erleben. Und ich denke mir, es wird wohl bald ein viertes Mal geben …

    Vor fast auf den Tage genau 10 Jahren war ich zum ersten Mal auf dem Geigelstein im Chiemgau. Jetzt habe ich die Bilder von damals in meinem digitalen Keller gesucht und unter geigelstein im chiemgau I veröffentlicht. Lass dich in einem anderen Licht, einer anderen Stimmung, am selben Ort, noch einmal den niemals gleichen Weg hinauf auf den Gipfel gehen.

  • kreativviertel münchen – interim

    kreativviertel münchen – interim

    Eine Fortsetzung von Pathos München.

    Das Kreativquartier in München am 4. Februar 2021. Die Sonne scheint. Die neuen Metall Container in bunten Farben nehmen Form an. Ob sie den kreativen Zerfall der Altabauten fortsetzen steht als Frage in diesen Bildern. Mit einem Dazwischen wie es war und fortlaufend ging. Ein Interimsbericht vom Um- und Weiterbau des Kreativviertels am Leonrodplatz in Bildern. Etwas vorher war es so: Pathos München I. Moderne Zeiten …

    Interim Impressionen. Im Übergang. 8 Minuten und 59 Sekunden.

  • schlossrunde

    schlossrunde

    Imagine a walk around the world greatest magic.

    The World Greatest Magic, ein paar Schritte nur von hier. „schlossrunde“, ein irritierender Rundweg durch eine Landschaft, die in keinem Wanderführer der Welt beschrieben wird. Ich frage mich, warum bin ich hier, in der Stadt und nicht dort draußen und oben, wo es so viel schöner ist? Einmal mit Rückschritten im Kreis gegangen, und ich bin ein Stück vorwärts gegangen.

    Hannah Arendt unzerscheidet zwischen der Ewigkeit und der Unsterblichkeit. Sokrates sprach für die Ewigkeit, Platon schrieb für die Unsterblichkeit. Ich gehe für die Ewigkeit in einer Bildgeschichte mit Kreis.

    Diese Bildgeschichte zusammen mit dem Lied „Anker mit Herzschlag“ von Lobo Locco (Ausschnitt) liegt mir ganz besonders am Herzen. War doch erst am Ende des Weges klar, was da vor mir lag an diesem grauen Januarabend. Wie so oft. Ich gehe fort um weit weg zu sein. Bis es anders ist. Ganz nah.

  • Climate Change: Umsonst und Draußen, Kunstareal München

    Climate Change: Umsonst und Draußen, Kunstareal München

    Das Lichterlebnis in München | bis 14.Februar 2021, täglich 17 bis 21 Uhr.

    München bietet im Kunstareal um die Pinakotheken eine Lichtinstallation. Es wird, so heißt es in der Ankündigung, die an diesem Ort einmalige Verbindung aus Kunst, Kultur und Wissen durch Licht- und Videoinstallationen in Szene gesetzt. Die Ausstellung findet Corona bedingt umsonst und draußen statt. Die Natur als Künstler, mit keinem Wort von den Veranstaltern erwähnt, begleitet mich bei meinem Besuch durch diese Lichtinstallation. Der Schnee schmilzt. Meine Füße stehen im Matsch. Ich mach mir beim Gehen meine Gedanken über die Kunst und Kultur und das einmalige Wissen, das hier zusammen findet, und, ach ja, da war doch noch was: Klimawandel – und Post Corona wird es noch mehr ernst. Auf der Gabelbergerstrasse stauen sich die Autos. Scheinwerfer strahlen in den verregneten Himmel hinein. Ich fotografiere und sehe in der aufkommenden Dunkelheit noch etwas anderes, was hier unaufhörlich mitgestaltet.

    „Mit einer Inszenierung der besonderen Art präsentiert die Landeshauptstadt München das Kunstareal in diesem Winter. Beeindruckende Licht- und Videoinstallationen laden zu Streifzügen vom Königsplatz bis zu den Pinakotheken und bringen das Kunstareal mit seinen achtzehn Museen und Ausstellungsräumen, international renommierten Hochschulen und einer Vielzahl an Kulturinstitutionen zum Leuchten. Besucher*innen können so die räumliche Gesamtheit des Kunstareals erleben. Gleichzeitig wird die an diesem Ort einmalige Verbindung aus Kunst, Kultur und Wissen durch Licht- und Videoinstallationen in Szene gesetzt.“

    https://kunstareal.de/lichtaktion

    „Ab Einbruch der Dämmerung inspiriert die Lichtaktion zu einem Besuch im Kunstareal, lädt ein zum Flanieren und bietet Aufenthaltsqualität, aber auch Orientierung … „

    https://kunstareal.de/lichtaktion

    Der kurze Schee vergeht im Regen. Climate Change: Umsonst und Draußen, Kunstareal München am 28.1.2021. Ein etwas anderer Lichtblick.

    WaldRaumSchneeKugeln

    Spiele

    InsideOut. Umsonst & Draußen.

    Mit Licht in die Dunkelheit

    Die Natur. Eine einmalige Verbindung geht seinen Weg.

    Climate Change: Umsonst und Draußen. Eine einmalige Verbindung aus Kunst, Kultur, Wissen und Natur wird durch Licht- und Videoinstallationen in Szene gesetzt.

  • Hochries

    Hochries

    So weit sie in der Dämmerung zu sehen vermochten, lag überall der flimmernde Schnee hinab, dessen einzelne winzige Täfelchen hie und da in der Finsternis seltsam zu funkeln begannen, als hätte er bei Tag das Licht eingesogen, und gäbe es jetzt von sich.

    Adalbert Stifter, Bergkristall

    In die Dämmerung, Hochries 21.1.2021

  • Teufelstättkopf

    Teufelstättkopf

    Winterwanderung auf den Teufelstättkopf im Ammergebirge.

    Diaschau mit 30 Ansichten um einen Gipfel herum.

error: Der Inhalt ist Copyright geschützt. Bei Interesse an einem Bild dürfen Sie mich gerne kontaktieren.