Es geht weiter. Für die Natur mit Kultur. Neue Gedanken um ein altes Anliegen.


Nach gut einem Jahr Unterbrechung werde ich mein Anliegen Natur noch einmal etwas anders angehen. Die Natur ist mir zu nahe, als das ich hier ganz aufgeben kann.

Die ideelle Fortsetzung von navama – technology for nature innerhalb Lichtmomente, einem Anliegen, welches ich jetzt als „Künstler und Naturphilosoph“ betreibe, ist der Einsicht geschuldet, dass moderne Technik ohne jeden Zweifel ein wichtiges Hilfsmittel für den Naturschutz ist, aber alleine angewendet, nicht genügt, um den Umgang mit der Natur nachhaltig zu verändern. Es kommt im Wesentlichen auf das Verhalten jedes Einzelnen an um im Ganzen etwas zu erreichen. Also jeder kann sofort und hier etwas tun.

Das letzte große Projekt von navama – technology for nature in Zusammenarbeit mit dem SFB und Kollegen der LMU am Historischen Institut in München waren mir schon ein Wegweiser zu diesem etwas anderen Ansatz. Mit dem Projekt „nature minds“ wurde mir klar, es geht um den Geist, den wir in uns tragen und mit dem wir die Welt sehen. Man kann diese Wahrnehmungsänderung aus historischer Sicht angehen und verstehen oder meines Erachtens mit Mitteln der Kunst im hier und jetzt bewegen. Ich habe mich, auch aus einem langen persönlichen Interesse heraus, für den letzteren Weg entschieden. Dies ist auch dem Umstand geschuldet, dass die ökonomischen Herausforderungen in meinem jetzigen Lebensabschnitt eine etwas geringere Rolle spielen dürfen. In diesem Sinne finden Sie hier innerhalb Lichtmomente Texte und Bilder, die meine Wahrnehmung für die Natur vermitteln.

Ästhetik und Vorbild sind hier geistbildende Leitmotive einer künstlerischen und philosophischen Auseinandersetzung für mehr Empathie.

Ich hoffe Sie mit meinen Bildern und Gedanken anzusprechen und Sie auf dem Weg „Vorwärts zur Natur“ ein Stück mitzunehmen. Es freut mich, dass Sie hier vorbeigeschaut haben. Kommen sie bald wieder.

transparentSea

navama – technology for nature startete 2011 mit dem Projekt transparentSea. Die zugrundeliegende Idee für das Projekt war, den Schutz der Meere vor Überfischung durch Transparenz innerhalb der intensiven kommerziellen Nutzung zu verbessern. Mit über 70% Fläche der Erde sind die Meere das größte zusammenhängende Gebiet, welches im Grunde als Allmende verstanden werden kann. Die Meere gehören allen Menschen und deshalb hat jeder Mensch einen Anspruch, zu verstehen, was dort vor sich geht und wie wer was wann nutzt. In diesem Sinne verfolgte navama ein Modell, dass auf Elinor Ostrom (siehe blauen Kasten weiter unten) zurück geht. Ostrom hat in einer viel beachteten Arbeit in langjährigen Untersuchungen nachweisen können, dass eine gemeinwohl orientierte Nutzung nicht im Sinne von Garett Hardin tragisch Enden muß. Entscheident für eine nachhaltige Nutzung ist eine Gruppe, die gemeinsam Verantwortung übernimmt für etwas was sie alle benötigen. Ein wichtiges Instrument in der Durchführung der nachhaltigen Nutzung ist die Möglichkeit einer offenen Kontrolle. Historisch konnte dies deshalb nur in kleinen, überschaubaren Zellen wie Almen gut und über Jahrhunderte nachhaltig funktionieren. Für ihre Arbeiten bekam Ostrom 2009 den Nobelpreis. Der prinzipielle Ansatz von navama – technology for nature war, diese Transparenz durch moderne Technik auf eine weltweite „Allmende“ anzuwenden. Der technische Schlüßel hierfür waren GPS, AIS, VMS und andere Satellitentechnologien. navama entwicklete Methoden und Verfahren um diese Technologien für den Schutz der Meere anzuwenden und dem Verbraucher zugänglich zu machen. Es wurden weltweit Projekte durchgeführt. Partner waren Kleinfischer in Senegal, Mozambik oder den Philippinen, aber auch große Organisationen wie der WWF, Greenpeace, Naturland, Follow Fish, die Metro Gruppe oder Bolton Alimentari in Italien.

Elinor Ostrom betrachtete in einem viel beachteten Buch Governing the Commons: The Evolution of Institutions for Collective Action (deutscher Titel: Die Verfassung der Allmende. Jenseits von Staat und Markt) die Tragik der Allmende aus institutionenökonomischer Sicht. Ihr zufolge basieren funktionierende Lösungen des Allmendeproblems bei lokalen Allmendegütern oft darauf, dass die betroffenen Individuen die Ressource im Rahmen einer geeigneten Institution verwalten, die auf der Selbstorganisation der Beteiligten beruht. Für das Zustandekommen einer entsprechenden Übereinkunft sei sowohl eine glaubwürdige Selbstverpflichtung der Beteiligten wie auch das Etablieren wirkungsvoller Kontrollmöglichkeiten notwendig. Derartige institutionelle Arrangements auf Gemeindeebene oder genossenschaftlicher Ebene seien oft erfolgreicher als zentralstaatliche Kontrolle oder auch aus Privatisierungen resultierende Marktmechanismen, weil vor Ort vorhandenes Wissen genutzt werden könne. Es gibt aus Ostroms Sicht daher mehr Lösungen zu dem Allmendeproblem, als von Hardin, aber auch der traditionellen ökonomischen Theorie generell vorgeschlagen wurden. Insbesondere müsse die Reichweite der Theorie, die aus Hardins Artikel entstanden sei, einer Neubewertung unterzogen werden. Zwischen den Extremformen Staatsmodell (mit einem „wohltätigen Diktator“) einerseits und Unternehmensmodell (mit einem profitmaximierenden Unternehmer) andererseits gebe es in der Realität eine Vielzahl kollektiver Nutzungsformen, die zu berücksichtigen seien“. Quelle: Wikipedia

Alpenflusslandschaften: Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze

Von 2013 bis 2019 war navama – technology for nature Partner im Verbundprojekt Alpenflusslandschaften: Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze. Zusammen mit 18 Verbundpartner setzte sich navama für die Erhaltung einer alpinen und voralpinen Flußlandschaft ein. Innerhalb des Verbundprojektes entwickelte navama folgende Lösungen:

Die Kiesbank-Checker App zum Schutz von Kiesbänken auf der Isar und dem Lech.

venGo, ein offenes Blogportal mit den Schwerpunkt Themen Artenvielvalt, Flusslandschaften, Landwirtschaftliche Nutzung und Tourismus.

venGo Kids, ein Bildungsprojekt mit den Schwerpunkten Artenvielfalt und unter Nutzung von digitalen Medien an Grundschulen und Kindergärten. Dabei wurde ein besonderer Vermerk auf den richtigen Umgang und den Persönlichkeitsschutz gelegt.

Für den Projektpartner Katholisches Bildungswerk Garmisch Partenkirchen wurde eine Wander App und der Internet Auftritt für die Vermittlung von 4 Pilgerwegen konzeptionell ausgearbeitet und die technische Entwicklung durchgeführt.

Panorama Aufnahmen von Flusslandschaften. Es wurden hochwertige, großformatige 360 Grad Panorama-Aufnahmen von den Flüssen Lech, Isar, Wertach, Würm und Loisach innerhalb des Projektgebietes erstellt und in 3 Ausstellungen gezeigt. Einen Teil der Ergebnisse können sie innerhalb der Sequenz rundum (im) fluss betrachten.

nature minds, in Kooperation mit dem Historischen Institut der LMU München und des SFB Vigilanzkukturen wurden historische Untersuchungen im Kontext Allmende und Flußwahrnehmung durchgeführt und die Ergebnisse auf venGo veröffentlicht.

Aus den Arbeiten für nature minds und den Panorama Aufnahmen entwickelte sich das aktuelle Projekte Lichtmomente, die Vermittlung von Naturschutz anliegen durch eine positive Wahrnehmung der nahen Umgebung durch Bild und Text.

Data Analytics

In einer Vielzahl von Projekten mit dem Schwerpunkt GIS und Bildauswertung wurden in Kooperation mit der European Space Agency, Universitäten in den USA (Harvard, Stanford) und Indonesien (Ma Chung) Bildauswertungen und Datenauswertungen zu den Themen Meeres- und Küstennutzung durchgeführt. Besondere Schwerpunkte waren dabei das Monitoring von nachhaltigen Aquakulturen in Mangrovenbeständen in Indonesien, die Bodenbelastung durch Trawling in der Ostsee und der Einfluss auf Delphinbestände durch den Schiffsverkehr in den Gewässern vor Hong Kong.

Bild ganz oben: Etwas Geschichte, navama – technology for nature Team 2015 in den Alpen unterwegs. Wir mussten unsere operativen Tätigkeiten im Februar 2021 aus ökonomischen Gründen einstellen. Die Idee, den Wert der Natur zu erhalten, lebt in anderer Form weiter.