Alpensteinbock

Der Steinbock (Capra Ibex) wurde in den Alpen beinahe ausgerottet, der letzte Steinbock Österreichs wurde 1712 in den Zillertaler Alpen erlegt. Unter 100 Tiere überlebten im Gran Paradiso Nationalpark in Italien durch den Schutz des damaligen Königs Viktor Emanuel II. Von der Schweiz ausgehend, wurden Anfang des 20. Jh. mit nachgezüchteten Tieren eine Wiederansiedlungen in den Alpen durchgeführt. Heute leben in den Alpen wieder ca. 45.000 Steinböcke. In Bayern gibt es inzwischen 6 Regionen, wo man den Alpensteinbock willd beobachten kann. Diese Regionen sind das Hagengebirge im Berchtesgadener Nationalpark, am Brünnstein im Mangfallgebirge, um die Benediktenwand, wo ich die Steinböcke meistens bei meinen Wanderungen antreffe, im Ammergebirge und in den Allgäuer Hochalpen, dort vorallem am Heilbronner Weg.

In den Alpen lebt der Steinbock auf einer Höhe zwischen der Wald- und Eisgrenze. Er steigt in Höhen bis etwa 3500 m auf. Im Winter bleibt er in tieferen Lagen als im Sommer.

Die Brunftzeit der Steinböcke erstreckt sich im Winter von November bis Januar. In dieser Zeit werden die Männchen, die außerhalb der Brunft oft in Junggesellengruppen zusammenleben, zu rivalisierenden Kämpfern.

Besonders beeindruckend sind die Kommentkämpfe. Mit vollem Einsatz erheben sich die Böcke auf die Hinterbeine und lassen ihre mächtigen Hörner mit einem weithin hörbaren Knall aufeinanderprallen. Diese Kämpfe sind sehr kraftvoll, aber selten gefährlich. Die Kämpfe sind stark ritualisert und durch Regeln gesteuert, die ein ernstahftes verletzen verhindern.

Neben den spektakulären Kämpfen zeigen die Steinböcke während der Brunft ein interessantes Repertoire an Verhaltensweisen wie

z. B. das Flehmen. Die Böcke prüfen mit zurückgezogener Oberlippe die Pheromone der Geissen, um ihre Paarungsbereitschaft festzustellen. Diese charakteristische Kopfhaltung mit hochgestrecktem Hals ist ein typisches Brunftverhalten.

error: Der Inhalt ist Copyright geschützt. Bei Interesse an einem Bild dürfen Sie mich gerne kontaktieren.