Alpenflüsse – Schatzkammern der Vielfalt

Rundumblicke in voralpine Landschaften

Ausstellung im  Flößermuseum, Lechbruck
25.06 – 31.08.2017

Ausstellung im Zentrum für Umwelt und Kultur, Benediktbeuren
28.09. – 26.10.2017

Die Alpenflüsse Ammer, Lech, Wertach, Isar und Loisach haben in einigen Abschnitten noch ihren ursprünglichen Wildflusscharakter bewahrt und bieten einer Vielzahl von seltenen Tier- und Pflanzenarten geeignete Lebensräume. Von diesen Schatzkammern der Natur, ihrer Vielfalt und ihrer Schönheit erzählen die Panoramaaufnahmen von mir in der Fotoausstellung“Alpenflüsse – Rundumblicke in voralpine Landschaften“.

Ich seit über 40 Jahren mit meiner Kamera in den Alpen und dem Voralpenland unterwegs, um die einzigartige Individualität ihrer Landschaften zu erfassen. Meine Fotos sind von der Faszination und Ehrfurcht vor ihrer Vielfalt und Schönheit geprägt. Meine 360°-Aufnahmen von Ammer, Lech, Wertach, Isar und Loisach gewähren unverstellte Rundumblicke auf unsere einzigartigen Alpenflusslandschaften. Die Fotos blenden dabei Kultur und Zivilisation nicht aus, sondern zeigen die oft gravierenden Einflüsse unseres menschlichen Handelns auf die Natur. Während bei klassischen Panoramaaufnahmen der Blick in die Ferne gelenkt wird, steht hier die unmittelbare Umgebung im Fokus, die es zu erfahren und zu erleben gilt. Wie vielseitig diese Landschaft ist, wird deutlich, sobald die Aufnahme von einer anderen Position aus erfolgt – vom Wasser, vom Ufer oder aus der Luft: Der Blick in die Ferne mag ähnlich sein, die unmittelbare Umgebung aber zeigt sich in ihrer Einzigartigkeit, unverwechselbar und großartig. Die Natur wirkt hier als schöpferische Kraft. Sie gestaltet die Landschaften immer wieder aufs Neue. Damit sind die Fotos Momentaufnahmen, die der Vielfalt in ihrer zeitlichen Dimension Rechnung tragen. Sie heben das Besondere eines einzelnen Augenblicks hervor, verweisen aber auch auf die Zukunft, die es mitzugestalten gilt.

Die Ausstellung ist Teil des Hotspot-Projekts „Alpenflusslandschaften: Vielfalt Leben von Ammersee bis Zugspitze“, das vom Bundesprogramm biologische Vielfalt und dem Bayerischen Naturschutzfond gefördert wird.

Abzüge bis zu einer Größe von 260 x 60 cm und 300 dpi sind in streng limitierter Auflage erwerbbar. Hierzu kontaktieren sie mich unter andreas.struck@lichtmomente.de.

Ausstellungstermine:

25.06 – 31.08.2017
Flößermuseum Lechbruck
Weidach 8-10
86983 Lechbruck am See
Öffnungszeiten
Donnerstag 17:30 – 19:00 Uhr
Sonntag 16:00 – 18:00 Uhr

28.09. – 26.10.2017
Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern (ZUK)
Zeilerweg 2 (Maierhof)
83671 Benediktbeuern
Öffnungszeiten
täglich 9:00 – 17:00 Uhr

Geist und Kosmos

Was mich leitet, ist die Überzeugung, dass der Geist nicht bloß ein nachträglicher Einfall oder ein Zufall oder eine Zusatzausstattung ist, sondern ein grundlegender Aspekt der Natur.

Thomas Nagel, Geist und Kosmos, 2016

Die Natur schlägt die Augen auf.

Die Natur schlägt die Augen auf I, Schellschlicht (2052 m), Ammergebirge, 2016

Ein Versuch, etwas weiter zu denken.

Ich brauche „ein Verständnis, nach dem das Universum grundsätzlich dazu neigt, Leben und Geist zu erzeugen, wahrscheinlich eine sehr viel radikalere Abkehr von den vertrauten Formen naturalistischer Erklärung verlangen wird, als ich sie mir gegenwärtig vorzustellen vermag.“ Thomas Nagel, Geist und Kosmos, 2016

Die Natur schlägt die Augen auf II, Schellschlicht (2052 m), Ammergebirge, 2016

Die Biologie kann ohne diesen Geist die Welt nicht wirklich erklären.

Die Natur schlägt die Augen auf III, Schellschlicht (2052 m), Ammergebirge, 2016

Und noch weniger kann die Biologie ohne diesen Geist erklären, warum wir die Natur lieben.

Die Natur schlägt die Augen auf IV, Auf dem Weg ins Tal, Ammergebirge, 2016

Ist es nicht, dass

„das Universum allmählich erwacht und sich seiner selbst bewusst wird“.

Thomas Nagel, Geist und Kosmos, 2016.

Und wir sind es, die mit der Natur die Augen aufschlagen.

Es dämmert.

Ich steige nach einer langen Nacht

mit behutsamen Schritten

hinunter

in den Tag

zu den Flüssen im Tal

Die Natur schlägt die Augen auf V, Unten am Fluss, Ammergebirge, 2016

Weitere Bilder von Nächten im Ammergebirge findest du auch unter Das Ammergebirge im schönsten Licht.

Born to be wild

„Like a true nature’s child
We were born, born to be wild
We can climb so high
I never wanna die“

Steppenwolf, 1968

Drei ganze Tage und zwei Nächte im Karwendel, einer Landschaft, mitten in der Welt, wo es noch etwas stiller und wilder ist. Ich gehe in den Hmmel hinein. Ohne den Schutz von Hütten, zwei Nächte mit Biwaksack. Eine sehr kurze Nacht auf der Birkkar Spitze (2749 m), ein plotzlich aufkommendes Gewitter zwingt mich lange vor dem Tagesanbruch zu einem schnellen Abstieg . Übereiltes Packen, schon kommt ein heftiger Sturm auf. „Wo ist sie bloß?“, ich finde meine Taschenlampe nicht, ich fluche. „Was tun?“, die Frage geht mir nicht wirklich durch den Kopf. Bleiben ist keine Option. Der Wetterbericht war gut, geringe Gewitterneigung. Jetzt ist alles anders. Unwirklich tastend steige ich schlieslich in die Dunkelheit hinab. Am Tag waren es ein paar Schrofen, über einfache Felsen zum Gipfel hinauf. Jetzt in der Dunkelheit, von einem Gewitter überrascht, wird jeder Meter zur Herausforderung. Das aufflackern der Blitze, der Grund meiner Flucht, zeigt mir auch den Weg. Ist das nicht seltsam? Das Donnern kommt immer näher. Dann beginnt es zu Regnen. Nass und Kalt. Ich gewinne an Tiefe, sie ist die ersehnte Sicherheit. Hinauf will ich am Tag, wenn der Himmel blau und weit ist. Ich suche noch einmal in meinem Rucksack nach dem Licht, es muss doch wo sein. Endlich, da ist es, ein LED Lichtstrahl gleitet über den Schotter, Technik, der Rest geht ganz schnell.

Die Angst geht mit. Und die Überraschung. Der Weg ist immer neu. Dann wird es ruhig.

I never wanna die.“

Diese Bilder entstanden kurz vor Sonnenaufgang auf der Seekarspitze, nach der ersten Nacht auf 2677 m.

„Lookin‘ for adventure
And whatever comes our way“

Born to be wild, Karwendel 2011, Seekarspitze (2677m)

Es geht weiter, über das Marxenkar hinab und hinüber zur Ödkarspitze. Es ist nur noch das Laufen und Schauen dass zählt. Die Laliderer Wand im schönsten Licht. Was für ein Weg, unfassbar schön, je stiller es wird.

„Take the world in a love embrace
Fire all of your guns at once
And explode into space“

Born to be wild, Karwendel 2011.

Wie ist es ein Vogel zu sein?

Es war in der Nacht zum 1.11.2009 auf dem Großen Traithen (1852 m) im Mangfallgebirge.

Mit dem Zelt auf dem Großen Traithen (1852 m), November 2009
Fichte im Gegenlicht, Großer Traithen, 2009

Ich beschließe zu gehen um zu sehen.

Es dämmert dort unten im Tal, Großer Traithen 2009
Das Abendlicht verzaubert, Großer Traithen, 2009

Wie ist es ein Vogel zu sein? Das weiß ich nicht. Aber ich weiß wie es für mich dort oben ist.

Die ersten Bilder

Die ersten Bilder entsehen. Ein Versuch anders zu gehen. Es dauert Stunden im Nebel bis es dann stimmt …

Ich warte noch, Würmtal, München 2002

Filmmaterial: Agfa Ultra Chrome 100